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Edition DERELICT

„Derelict“ – engl. für Obdachloser, Ausgestoßener, Hilfloser, Bruchbude, [treibendes] Wrack, baufällig, herrenlos, heruntergekommen

Die Schriftstellerexistenz ist oftmals zwischen einer Flasche Schnaps und Hartz IV angelegt, zwischen dem Leben am Existenzminimum und einer Parallelexistenz auf dem Papier. Bei der Lektüre eines Werkes wird die Person des Autors infolge seiner Abwesenheit bei der Lektüre oftmals vergessen. Es wird vergessen, dass ein Leben dazu notwendig ist, ein Buch zu schreiben oder ein Bild zu malen und so wird der Autor auf der Straße zurückgelassen, eingekapselt in Stereotype, die den Hang zum Exotischen dadurch gewinnen, dass die Einsamkeit und Armut vom Autoren indirekt abverlangt wird. Die Edition Derelict will diesem Trend entgegenwirken, indem sie den Autor wieder in den Vordergrund rückt, dem Werk die Möglichkeit gibt durch die Kunst in ein neues Licht gehoben zu werden.

„Kunst gibt es nur für und durch den anderen.‘‘ (Jean-Paul Sartre)

Derelict hat seinen Schwerpunkt auf die Verbindung aus Lyrik und Kunst gelegt, dennoch ist hier mehr möglich. Es erscheinen ebenso Romane und Graphic Novels. Der Schnittpunkt liegt in der Verbindung aus Wort und Bild.

„Obdachlosigkeit zeichnet vor allem den Dichter aus. Der Sinn seiner Berufung liegt darin, das Gewohnte zu durchbrechen und sich gegen den Stillstand aufzulehnen. Echte Dichter sollten kein Heim haben und keine Verpflichtungen. Poesie heißt, alle Fesseln abzuschütteln, sich durch Gestikulieren zu befreien.“ (Juri Andruchowytsch)

Ein möglicher Werbetext für Derelict könnte in etwa so aussehen:

Du durchwanderst die leeren Straßen einer unbekannten Stadt. Der Regen fällt auf die Wellblechdächer verlassener Industriebrachen, fällt auf den kalten Asphalt, fällt auf deine Kleidung, deine Haut. Ein kalter Wind bläst dir ins Gesicht, treibt dir aufgeweichtes Zeitungspapier vor die Füße und aufgerissene Plastikmüllbeutel. Du lässt den Tag Revue passieren und stellst fest, dass er trüb und inhaltslos war und du nur müde und frustriert.

Da entdeckst du plötzlich im Rinnstein ein heruntergekommenes Buch, geschrieben von einem Autoren, dessen Namen du noch nie zuvor gehört hast. Das Buch scheint aus dem Straßenmüll zusammengebunden zu sein, der dich umgibt. Du öffnest das Buch, blätterst in den aufgeweichten Seiten und fängst an zu lesen – und je länger du liest, desto klarer erscheint dir plötzlich die Welt um dich herum. Du stellst fest, dass du dieses Buch schon immer gesucht hast und es nur auf der Straße finden konntest – finden musstest – um es zu verstehen.

Auf dem Einband steht: Derelict. Und du denkst an verfallene Gebäude, denkst an einen Obdachlosen, der sich plötzlich als strahlender Diogenes von Sinope entpuppt. Du denkst an einen aufgehenden Stern, den du aus einem treibenden Wrack heraus beobachtest. Und du denkst an die Wahrheit, die sich bis jetzt vor dir verbarg.

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