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K A T H A R S I S – Meinickes verbale Faustschläge

20. Januar 2012

Premiere am 27.1. um 20 Uhr
im Erdgeschoss Kaffeekultur / Wallstr. 15 Dresden

„wir leben schnell wir sterben kurz wir atmen tief und gehen aus wir wissen das eine und handeln wie alle leben ist bewegung leben ist dasein […] es gibt ein vergnügen danach ein lachen zuletzt ein spruch der zerfetzt auf petrolleure! auf dynamiter! greift ein wir wollen länger lebendig sein als der lindwurm deutscher märchen […]“

Katharsis_Promo„Katharsis“ – das klingt irgendwie nach einem Jahrhundertroman, es hat etwas Pathetisches. Nicht zuletzt, weil es die Dramentheorie Aristoteles zitiert, auf die der Roman im Rückschluss auch hinterfragt wird. Der Pathos versteckt sich im Anspruch der kathartischen Reinigung von Gefühlen wie Mitleid und Furcht deren Wirkung sich der Leser nicht nur unterziehen muss, sondern sich im Versuch wiederfindet diese zu kontrollieren. Es entsteht ein permanentes Spannungsverhältnis zwischen kritischer Konfrontation mit den Schrecken einer Gesellschaft und deren Dekonstruktion im Absurden und Humorvollen. Unterstützend wirken dabei stilistische Mittel, die den Roman in das Genre des Social Beat versetzten: fehlende Satzzeichen und eine Abkehr der Groß- und Kleinschreibung. Diese stilistische Monotonie steht in Konkurrenz zu den sich aller fünf Wörter transformierenden inhaltlichen Situation, die beschreibend, auffordernd und fragend die ganz großen Themen der Geistesgeschichte diskutiert.

Aber es sind auch die Gedanken seiner Generation, die Meinicke in hastender Schreibweise den Lesern auf einem nicht gerade silbernen Tablett präsentiert. Und trotzdem versprüht er eine unterschwellige und doch fühlbare Nostalgie, die aus seinen früheren Arbeiten schon bekannt sind und ihn am Ende als authentischen Zeitzeugen inszeniert. In seinen bisherigen Hauptwerken „Ostkreuz“ und „Westend/Teil 1“ lässt er uns fernab aller Normen die beiden Seiten des geteilten Himmels miterleben, ganze dreißig Jahre im Osten und dreißig Jahre im Westen. Verrückt, rasend und aufbegehrend – all dies findet in seiner neuen Publikation einen Höhepunkt. Und eigentlich auch einen neuen Rhythmus, der nicht als „Roman“ bezeichnet werden kann, ebenso wenig wie die Struktur des Buches selbst: so ist die adressiert „An das Mädchen im Sand“, besteht aus insgesamt 19 Texten, deren überschriften ein Gedicht der süd-tiroler Schriftstellerin Kathrin Mayr nachzeichnen. Die Texte sind illustriert mit Fotografien des Berliner Künstlers Helmut Zielke, ein alter Freund von Meinicke, dessen Bildästethik mit den Texten verschmilzt.

Anlässlich der neuen Veröffentlichung finden in Zusammenarbeit mit der Künstlergruppe ZwanzigZehn am 24. und 25. Februar je eine Lesung statt, die es in sich hat, denn Meinicke liest selten mit Mikrofon und sitzt nicht, sondern schmettert seine Lyrik aus dem Stand seinem Publikum entgegen. Und keine Sorge, unnötige Gefühlsduselei wird strengstens vermieden – ganz im Sinne Aristoteles.

LESEREISE:
27.1. Erdgeschoss Kaffeekultur / Wallstr. 15 Dresden / 20 Uhr
28.1. St. Pauli Salon / Hechtstr. 32 Dresden / 17 Uhr
23.2. Kellerlesung / Königsbrücker Str. 39 Dresden / 19 Uhr
24.2. Buchhandlung Böhlau / Leipziger Str. 28/ 19 Uhr

Michael Meinicke – Katharsis
ISBN 978-3-9815031-0-4
Preis: 9,95 Euro

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